Erkrankungen des inneren Auges
Das innere Auge umfasst die Linse, den Glaskörper und die Netzhaut sowie die unterstützenden Strukturen wie die Aderhaut. Erkrankungen dieser Teile beeinflussen die Sehfähigkeit oft erheblich und können, wenn nicht behandelt, zu Erblindung führen. Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich langsam und schmerzlos, weshalb regelmäßige Untersuchungen wichtig sind.
Linsenerkrankungen – Der Graue Star (Katarakt)
Der Graue Star ist eine Trübung der Augenlinse, die mit dem Alter zunimmt. Die Linse wird weniger transparent, und das Sehen wird verschwommen und kontraststärker. Ursachen sind neben dem Alter auch UV-Strahlung, Diabetes, bestimmte Medikamente oder Augenentzündungen. Ein angeborener Katarakt kann bereits bei der Geburt vorliegen. Die Symptome verschlimmern sich langsam, und wenn die Sehfähigkeit stark beeinträchtigt ist, wird eine chirurgische Entfernung der trüben Linse mit Implantation einer künstlichen Linse durchgeführt. Dies ist einer der erfolgreichsten chirurgischen Eingriffe.
Glaukom – Der Grüne Star
Das Glaukom ist eine Gruppe von Erkrankungen, die durch erhöhten Augeninnendruck gekennzeichnet sind, der den Sehnerv schädigt. Ohne Behandlung führt es zu fortschreitendem Gesichtsfeldverlust und schließlich zur Blindheit. Das primäre Glaukom entsteht durch gestörte Kammerwasserabsorption, während das sekundäre Glaukom als Folge anderer Augenerkrankungen auftreten kann. Das akute Winkelblock-Glaukom ist ein ophthalmologischer Notfall mit plötzlichem Augenschmerz und Sehverschlechterung. Die Behandlung umfasst Augentropfen zur Drucksenkung, Lasertherapie oder chirurgische Verfahren. Regelmäßige Tonometrie ist für die Früherkennung und Überwachung entscheidend.
Netzhauterkrankungen
Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine der Hauptursachen für Sehbehinderung im Alter. Sie betrifft die zentrale Netzhaut (Makula) und führt zu zentralem Sehverlust. Es gibt zwei Formen: die trockene Form (degenerativ) und die feuchte Form (mit abnormalen Blutgefäßen). Die feuchte AMD kann mit Injektionen in das Auge oder Laserbehandlung verlangsamt werden. Die Diabetische Retinopathie entsteht durch Zuckerkrankheit und führt zu Gefäßveränderungen in der Netzhaut. Eine gute Blutzuckerkontrolle und regelmäßige Augenuntersuchungen sind wichtig, um Progression zu verhindern. Retinale Venenverschlüsse oder Arterienverschlüsse führen zu plötzlichem Sehverlust und erfordern sofortige Behandlung. Netzhautablösung ist ein Notfall, bei dem sich die Netzhaut von der darunter liegenden Aderhaut ablöst, was zu Erblindung führt, wenn nicht sofort eingegriffen wird.
Glaskörpererkrankungen
Der Glaskörper kann sich durch Einblutungen trüben, beispielsweise bei Diabetes oder nach Traumata. Dies führt zu Floatern (Sehfäden) und möglicherweise zu erheblichem Sehverlust. Eine Glaskörperinflamation (Uveitis) kann durch Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder andere Zustände verursacht werden und verursacht Schmerz, Rötung und Photophobie. Sie erfordert sofortige ärztliche Versorgung und Behandlung.
Aderhauterkrankungen
Die Choroiditis ist eine Entzündung der Aderhaut, die durch Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Sarkoidose verursacht werden kann. Sie führt zu Floatern und Sehverschlechterung. Choroides-Neovaskularisation, die abnormale Blutgefäßbildung in der Aderhaut, ist ein Merkmal der feuchten AMD und anderer retinaler Erkrankungen.
Vorsorgemaßnahmen und Überwachung
Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind entscheidend zur Früherkennung dieser oft asymptomatischen Erkrankungen. Diabetiker, Menschen mit hohem Blutdruck, älteren Menschen und solche mit familiärer Belastung sollten mindestens jährlich untersucht werden. Eine gute Kontrolle von Grunderkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck kann vielen Netzhauterkrankungen vorbeugen. UV-Schutz und eine ausgewogene Ernährung mit Antioxidantien können ebenfalls schützend wirken.
Hinweis: Dieser Text dient nur der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch Ärztin oder Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.