Infektionen und Parasitenerkrankungen der Haut


Die Haut ist anfällig für verschiedene Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze sowie für Parasitenbefall. Diese Erkrankungen reichen von leichten, selbstlimitierenden Infektionen bis zu schwerwiegenden Zuständen, die medizinische Behandlung erfordern. Eine frühzeitige Diagnose und angemessene Therapie sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden und die Infektion unter Kontrolle zu bringen. Mit guten Hygienemaßnahmen und Vorsichtsmaßnahmen lassen sich viele dieser Infektionen verhindern.

Bakterielle Hautinfektionen

Bakterielle Infektionen entstehen häufig durch Staphylococcus aureus oder Streptococcus pyogenes und treten oft nach Hauttrauma oder bei geschwächtem Immunsystem auf. Impetigo ist eine oberflächliche, hochansteckende Infektion mit charakteristischen honiggelben Krusten, besonders bei Kindern. Erysipel zeigt sich als scharf begrenzte, rote Schwellung meist an Beinen oder Gesicht, oft mit Fieber und Lymphknotenschwellungen. Furunkel und Karbunkel sind tiefergehende Eiterungen um Haarfollikel. Die Behandlung erfolgt mit lokalen antiseptischen Maßnahmen und bei ausgedehnten oder systemischen Infektionen mit oralen oder intravenösen Antibiotika. Hygiene und das Vermeiden von Kratzen reduzieren die Ausbreitungsrisiko.

Pilzinfektionen (Mykosen)

Pilzinfektionen werden durch Dermatophyten (Fadenpilze), Hefepilze oder andere Myketen verursacht. Der Fuß- und Nagelpilz (Tinea pedis, Onychomykose) ist eine der häufigsten Mykosen, besonders in feuchtem Milieu wie Schwimmbädern und Duschen. Sie zeigen sich als Rötung, Schuppung, Juckreiz und bei Nägeln durch Verfärbung und Verdickung. Ringelflechte (Tinea corporis) ist eine ansteckende Pilzinfektion mit kreisrunden Herden auf Körper und Gesicht. Intertrigo ist eine Infektion von Hautfalten durch Hefepilze, besonders in feuchten Bereichen. Die Behandlung erfolgt durch topische Antimykotika bei oberflächlichen Infektionen und systemische Antimykotika bei tieferen oder ausgedehnten Befunden. Prävention durch Trockenheit und Hygiene ist wichtig.

Virale Hautinfektionen

Herpes simplex und Herpes zoster (Gürtelrose) sind viral bedingte Hautinfektionen. Herpes simplex zeigt sich durch schmerzhaft juckende Bläschen, häufig an Lippen oder Genitalbereich, mit Virämie und Lymphknotenschwellungen. Herpes zoster tritt bevorzugt nach Reaktivierung des Varizellen-Zoster-Virus im Nervensystem auf, folgt einem dermatombegrenzten Muster und ist oft mit postherpatischen Neuralgie verbunden. Warzen sind ebenfalls viral bedingt und können lange bestehen. Die Behandlung erfolgt mit antiviralen Medikamenten wie Aciclovir, besonders wirksam bei frühem Beginn. Schmerzmanagement und Unterstützung des Immunsystems sind wichtig.

Parasitenerkrankungen der Haut

Krätze (Scabies) wird durch die Milbe Sarcoptes scabiei verursacht und zeigt sich durch intensiven Juckreiz, besonders nachts, und kleine Gänge in der Haut. Sie ist hochansteckend und erfordert Behandlung aller Kontaktpersonen. Läuse (Pediculus) befallen Kopfhaut, Körper oder Schambereich und verursachen intensiven Juckreiz und manchmal Lymphknotenschwellungen. Flöhe hinterlassen Stichpusteln, oft in Gruppen. Diese Erkrankungen werden mit spezifischen Antiparasitika behandelt, kombiniert mit Hygienemaßnahmen wie Desinfektion von Kleidung und Bettwäsche. Kontaktpersonen müssen ebenfalls behandelt werden.

Hygiene und Prävention

Die Prävention von Hautinfektionen beginnt mit guter persönlicher Hygiene, regelmäßigem Waschen mit Seife und Wasser, und insbesondere bei Wunden mit sterilen Verbänden. In Gemeinschaftseinrichtungen wie Schwimmbädern sollten Flip-Flops getragen und gemeinsame Handtücher vermieden werden. Eine intakte Hautbarriere schützt vor Infektionen, daher ist es wichtig, Kratzen zu vermeiden und Wunden angemessen zu versorgen. Das Immunsystem sollte durch ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und Stressabbau unterstützt werden.

Bei Verdacht auf eine Hautinfektion oder Parasiten sollten Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder eine Dermatologin oder einen Dermatologen aufsuchen. Eine frühe Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden und andere zu schützen. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker kann Sie bei der Anwendung von topischen Antimykotika und Antiparasitika unterstützen.

Hinweis: Dieser Text dient nur der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch Ärztin oder Arzt oder Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.